HKR 2020

Er siegte vor 40 Jahren

21.03.2019

Er ist ein ganz feiner Mensch, einer, der in seinem Leben eine korrekte Linie fährt. Wie es eben bei einem Slalomfahrer sein sollte. Als er heuer, in der Hahnenkammwoche, mit seiner Rosi in das Rennbüro kam, war es eine Begrüßung von Freunden, von absoluten Hahnenkamm-Fans.

Nach seinem Schulabschluss begann er ein Medizinstudium, allerdings wurden die Vorlesungen nur spärlich besucht. Grund war wohl der Skirennsport und dabei blieb er auch letztlich hängen. Er hat nicht nur Feuer für die zwei Bretter gefangen, seine Liebe hat ihn so richtig zum Lodern gebracht.

War er am Beginn, als 18-Jähriger noch ein Tempobolzer, zeigte er bald seine feine Linie und Akrobatik zwischen den Slalomtoren. 1949 wurde er in Garmisch geboren, war ein großer Sympathieträger und hat den Skirennsport in Deutschland in eine neue Ära gehoben. Er unterbrach die Siegesserie des  Ingemar Stenmark.

1969 startete er erstmals beim Weltcup und im Jänner 1981 war er in seiner Heimat Garmisch das letzte Mal im Startgate. Bei drei Olympischen Winterspielen war er als Aktiver dabei, 1972 in Sapporo, 1976 in Innsbruck und 1980 in Lake Placid. Er musste einige gesundheitliche Rückschläge und auch Verletzungen einstecken, was ihn aber nicht abhielt, weiter zu machen.

Insgesamt hat er sechs Weltcupsiege, zwölf weitere Podiumsränge und 33 Platzierungen in den ersten Zehn. Seine Plätze des Triumpfs sind weltberühmt. Wengen, Megève, Garmisch, Crans-Montana und Kitzbühel.

Der zwölffache Deutsche Meister ist noch heute für viele Landsleute ein Vorbild und Idol, auch im Breitensport. In der Show „Dalli Dalli“ und anderen Shows war er immer wieder im TV zu sehen und auch als Ski-Alpin-Experte moderierte er beim ZDF.

Gemeinsam waren sie erfolgreich im Sport und in der Liebe. Seit 50 Jahren hat er eine der größten Skirennläuferinnen an seiner Seite. Allerdings musste er auf sportlicher Ebene seiner Frau Rosi den Vortritt geben. Gemeinsam haben sie zwei Kinder. Tochter Amelie ist eine bekannte Modestylistin und Sohn Felix Skirennfahrer.

Christian Neureuther siegte 1979 am Ganslern, wurde 1980 Zweiter und zwischen 1969 und 1980 stand er beim Slalom 13 Mal am Start, startete beim Riesenslalom und beim Abfahrtslauf, somit hat er auch eine Kombi Wertung in Kitzbühel.

Neureuther ist eine Legende am Ganslernhang. Vor ihm gewannen aus Deutschland nur Luggi Leitner und Sepp Folger, nach ihm Armin Bittner den Slalom. Bis 2010 sein Sohn Felix kam und siegte, wie auch 2014.

Beim Hahnenkamm-Abend zeichneten die Organisatoren, der Kitzbüheler Ski Club, Christian Neureuther zur „Hahnenkamm – Legend of the year“ aus. Neureuther war perplex, wie viel Sympathie ihm in der Gamsstadt entgegenkam. „Unvergesslich und Dankeschön,“ waren seine Worte.

 

Geb. am 28. April 1949

Seit 7. Juli 1980 mit Rosi verheiratet

 

Erfolge Hahnenkamm-Rennen

1980

2. Rang

Slalom

01:41.78

1979

1. Rang

Slalom

01:41.16

1978

DIS

Slalom

 

1977

11

Slalom

01:42.11

1976

DNF

Slalom

 

1975

DNF

Slalom

 

1974

DNF

Slalom

 

1973

DNF

Slalom

 

1972

8

Slalom

01:54.53

1971

5

Slalom

01:57.31

1971

7

Slalom

01:51.59

1970

22

Riesenslalom

03:30.26

1970

DNF

Slalom

 

1969

41

Abfahrt

02:30.08

1969

20

Kombination

 

1969

29

Slalom

02:07.39

 

Olympische Spiele

Sapporo 1972: 11. Slalom

Innsbruck 1976: 5. Slalom, 30. Riesenslalom

Lake Placid 1980: 5. Slalom

 

Weltmeisterschaften

Garmisch-Partenkirchen 1978: 6. Slalom

Val Gardena/Gröden 1970: 17. Riesentorlauf; 34. Abfahrt.

 

Weltcupwertungen

Saison 1970/71: 8. Gesamtwertung, 6. Slalomwertung, 8. Riesenslalomwertung

Saison 1972/73: 4. Gesamtwertung, 2. Slalomwertung

Saison 1973/74: 9. Gesamtwertung, 2. Slalomwertung

Saison 1974/75: 7. Slalomwertung

Saison 1975/76: 6. Slalomwertung

Saison 1976/77: 9. Slalomwertung

Saison 1978/79: 3. Slalomwertung

Saison 1979/80: 3. Slalomwertung


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