HKR 2018

15 Starts am Ganslernhang

Der slowenische Skirennläufer Jure Košir zeigte beim Hahnenkamm-Rennen in Kitzbühel wohl eine Konstanz wie kein anderer. Seinen ersten großen Erfolg feierte der Slalom und Riesenslalomspezialist jedoch an einem anderen Ort. In Kitzbühel feierte er den ersten Sieg in seiner Karriere. Nicht nur mit seinem Erfolg am 24. Jänner 1999 bewies er sein Können. Košir schaffte etwas, das von solcher Konstanz geprägt war, die wohl bis heute kaum ein anderer im Slalom an den Tag gelegt hat. Von 1992 bis 2006 ging er in Kitzbühel an den Start und erreichte bei jedem Rennen das Ziel. Unter seinen 15 Starts finden sich vier Podestplatzierzungen. 1995 gelang ihm der zweite Platz, ein Jahr später der dritte. Genau in der „Halbzeit“ seiner Starts am Ganslernhang, im achten Jahr, fuhr er an die Spitze. 2001 sollte er mit Rang zwei ein letztes Mal in seiner Karriere beim Hahnenkamm-Rennen am Podest stehen. Seinen ersten internationalen Erfolg, ein Sieg im Super-G bei der Juniorenweltmeisterschaft 1991 feierte Košir in Hemsedal (Norwegen). Kurz danach erkannte er seine größere Stärke im Slalom und Riesenslalom und konzentrierte sich auf Rennen in diesen Disziplinen. Nur zwei Jahre nach seinem Junioren-Erfolg, gewann der heute 44-Jährige als erster Fahrer aus dem unabhängig gewordenen Slowenien sein erstes Weltcuprennen. Zu seinem Sieg im Slalom der 3-Tre-Rennen in Madonna di Campiglio reihten sich zwei weitere. In der Saison 1998/99 gewann der Slowene den Slalom in Kranskja Gora, dem Nachbardorf seines Geburtsortes. Ein weiterer erfolgreicher Moment gelang Košir bei den Olympischen Winterspielen 1994 in Lillehammer (NOR). Im Slalom holte er sich hinter Thomas Stangassinger und Alberto Tomba (ITA) die Bronzemedaille. Im selben Jahr belegte er in der Slalom-Disziplinen-Wertung den dritten Platz. 2006, im Alter von 34 Jahren, beendete der Slowene seine Sportlerkarriere. 20 Platzierungen unter den ersten drei bei Weltcuprennen, davon 18 im Slalom, sprachen für ihn. Taktgefühl bewies Jure Košir übrigens auch abseits der Rennstrecke. In den 90er Jahren probierte er sich als Rapper und nahm, auf dem Höhepunkt seiner Popularität, einige Songs auf.

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