Der kostenlose Hahnenkamm-Express: Seit 30 Jahren auf Schiene
Seit 1997 bringt der „Hahnenkammexpress“ Ski-Fans sicher zu den Rennen und wieder zurück – heuer bereits zum 30. Mal. Die Partnerschaft zwischen den ÖBB und dem Kitzbüheler Skiclub wurde nun erneut verlängert. An die Anfänge erinnert sich der damalige ÖBB-Verkehrsplaner Günther Walser.
Die ÖBB Personenverkehr AG und der Kitzbüheler Skiclub setzen ihre erfolgreiche Zusammenarbeit fort: Seit drei Jahrzehnten sind die ÖBB verlässlicher Mobilitätspartner bei den Hahnenkammrennen in Kitzbühel. Mit der Unterzeichnung eines neuen Vierjahresvertrags bis 2029 wird diese Partnerschaft nun langfristig weitergeführt.
Die Hahnenkammrennen zählen zu den spektakulärsten Veranstaltungen im alpinen Skiweltcup und ziehen jedes Jahr zehntausende Fans nach Kitzbühel. Ohne die Bahn wäre die sichere und umweltfreundliche An- und Abreise dieser Zuschauermassen nicht denkbar. Das bewährte Mobilitätskonzept der ÖBB vermeidet tausende Autofahrten, reduziert Staus und sorgt für mehr Sicherheit auf den Straßen. Damit leisten die ÖBB zudem einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und zur nachhaltigen Durchführung des Events.
Begonnen hat der erfolgreiche Parallelschwung von ÖBB und KSC im Jahr 1997 – damals mit einem einzigen Sonderzug. Bei den letzten Hahnenkammrennen nutzten rund 47.000 Besucher:innen das kostenlose Bahnangebot, in den vergangenen 30 Jahren waren es insgesamt rund 1,3 Millionen. Herzstück des Konzepts ist der für Fans kostenlose „Hahnenkammexpress“ zwischen Kirchberg und St. Johann. Mit über 360 Zughalten an der Haltestelle Kitzbühel Hahnenkamm und zusätzlichen Sonderzügen reisen die Fans bequem und pünktlich zum Spektakel auf Streif und Ganslern an. In Spitzenzeiten sind die Züge im 7,5-Minuten-Takt unterwegs – ein logistisches Meisterstück, das ohne die Bahn nicht zu bewältigen wäre. Auch heuer werden am Rennwochenende wieder die Schienen glühen.
"Fahr nach Kitzbühel!"
Günther Walser erinnert sich noch gut an das Jahr 1996, als er in seiner – damals noch neuen – Rolle als ÖBB-Verkehrsplaner für Vorarlberg und Tirol folgenden Auftrag erhielt: „Fahr nach Kitzbühel zum Skiclub! Die wollen, dass wir mit einer Zugsgarnitur zwischen Kirchberg und St. Johann hin- und herfahren.“ So einfach war das freilich nicht, „aber dafür war ich ja da“, sagt Walser. „Ich zeichnete damals noch händisch einen Fahrplan, auf dessen Grundlage zwei Garnituren zwischen Kirchberg und St. Johann pendelten, und präsentierte diesen am 27. November 1996 Generalsekretär Michael Huber. Er war begeistert und nannte den Shuttle ‚Hahnenkammexpress‘. Damit waren die Shuttlezüge während der Rennen noch jahrelang beklebt“, erzählt Günther Walser aus Roppen.
Mitauslöser dieser Initiative waren auch die eher unerfreulichen Zustände bis 1997: „Bei den IC-Zügen gab es an Renntagen einen zusätzlichen Halt an der Haltestelle Kitzbühel Hahnenkamm sowie eine Fahrpreisermäßigung von 30 Prozent. Die Folge waren Chaos und Verspätungen, da die Bahnsteige am Hahnenkamm zu kurz waren“, erinnert sich der damalige Verkehrsexperte. Bis heute empfiehlt Günther Walser jedem Fan der Hahnenkammrennen die Anreise mit dem Zug. Seine Gründe: „Das Angebot ist dicht – am Samstag fahren die Züge sogar bis Mitternacht. Ich muss keinen Parkplatz suchen und stehe in keinem Stau.“
Mit der Verlängerung der bewährten Partnerschaft bis 2029 setzen die ÖBB und der KSC ein klares Zeichen für nachhaltige Mobilität bei Großveranstaltungen. „Dass die Bahn die Haltestelle Hahnenkamm in unmittelbarer Zielnähe betreibt, ist ein Kitzbüheler Glücksfall. Ohne die ÖBB könnten wir die Hahnenkammrennen in dieser Form – mit bis zu 45.000 Zusehern an den Samstagen – nicht durchführen“, betont KSC-Präsident Michael Huber. Auch die ÖBB unterstreichen die Bedeutung der Zusammenarbeit: „Wir freuen uns, weiterhin Teil dieses legendären Events zu sein und gemeinsam für eine sichere, komfortable und klimafreundliche Anreise zu sorgen“, sagt ÖBB-Regionalmanager Werner Dilitz.
Foto © ÖBB/Gasser-Mair, ÖBB/Hörtnagl, Günther Walser



