HKR Kitzbühel

Familie Sathrum und die Hahnenkamm-Fanfare

15.01.2026

Unter der Regie der Brüder Benjamin und Bill Sathrum wurde im November die Hahnenkamm-Fanfare (endlich) neu aufgenommen. Komponiert hat sie ihr Opa Sepp Gasteiger. 

Keine Melodie ist in der Geschichte der Rennen in Kitzbühel öfter erklungen als die Hahnenkamm-Fanfare. Komponiert vom unvergessenen Kapellmeister der Stadtmusik Kitzbühel, Sepp Gasteiger, und uraufgeführt am 6. Dezember 1979, ertönt sie traditionell vor dem Start sowie vor der Siegerehrung und verleiht den sporthistorischen Momenten einen würdigen musikalischen Rahmen. In der Chronik der Stadtmusik heißt es: „Die Hahnenkamm-Fanfare ist dem Kitzbüheler Skiclub gewidmet und steht in direktem Zusammenhang mit dem Hahnenkamm sowie der sportlich-kulturellen Identität der Stadt Kitzbühel.“ Trotz der langen Geschichte des Stückes gab es lange Zeit nur eine Aufnahme der Hahnenkamm-Fanfare, 1981 mit der Stadtmusik Kitzbühel auf Schallplatte verewigt.

In den Jahren 2014 bis 2016 wurde die Melodie in der Hahnenkamm-Woche vom "Hohenegg-Quintett" rund um Benjamin Sathrum, Sepps Enkel, live gespielt und spätestens da hat sich OK-Chef Michael Huber zum letzten Mal in die Klänge verliebt. Letzten Herbst konnte endlich auf seine Initiative hin und mit Unterstützung der Brüder Benjamin und Bill Sathrum eine neu arrangierte Version in hochprofessionellem Rahmen aufgenommen werden. 

Dazu fand man sich Anfang November im Probelokal von Kitzbühels Stadtmusik ein, das erst 2019 eröffnet wurde und alle Stückerl spielt. Benjamin Sathrum, seit 2024 Kapellmeister der Stadtmusik, holte dazu „sein“ Goldbrass Quintett aus Salzburg, für die Tonaufnahme sorgte Musikproduzent Bill, der das Studio High Edge Music betreibt. Das Quintett bestand aus zwei Trompeten sowie Tuba, Horn und Posaune und – als zusätzlichen „Gast“ – einem Schlagzeug: „Denn eine Fanfare braucht ein bissl Wumms“, wie es Benjamin Sathrum umschreibt.

Der Kitzbüheler, wie sein Bruder Bill am Hohenegger Hof direkt am Ganslernhang aufgewachsen, erinnert sich an die Hahnenkamm-Rennen 2025: „Am Tag des Slaloms besucht uns Michael Huber immer auf ein Kloatznbrot und letztes Jahr haben wir uns da entschieden, die Fanfare neu aufzunehmen.“ Dafür hat Benjamin die Originalnoten von Großvater Sepp neu arrangiert: „Mein Opa war immer ein Vorbild – er war auch lange Kapellmeister. Werke von ihm arrangieren und spielen zu dürfen, gehört zu den schönsten Dingen, die ich als Musiker machen darf.“ 

Die Hahnenkamm-Fanfare überzeugt durch ihre Geradlinigkeit und eine klare, unverstellte Klangsprache. Aus einem brillant aufleuchtenden Eröffnungsklang entwickelt sich ein kontinuierlicher Spannungsbogen, der sich konsequent nach oben richtet und im markanten Schlusspunkt kulminiert. Der musikalische Verlauf wird dabei von einem kraftvoll schreitenden Bassfundament getragen, das der Fanfare ihre innere Geschlossenheit und monumentale Wirkung verleiht.

Die Aufnahmen dauerten zwei Tage, was für eine Melodie von kaum 30 Sekunden Länge zunächst lang erscheint. Aber die Brüder Sathrum und das Goldbrass Quintett nahmen für das Hahnenkamm-Rennen zusätzlich auch Österreichs Bundeshymne, die Tiroler und die Jubiläums-Fanfare auf. Sie wurde 2015 anlässlich der 75. Hahnenkamm-Rennen von Benjamin komponiert. 

Hier geht es zu einem Hörbeispiel der Fanfare. 

 

Foto © K.S.C./alpinguin, Benjamin Sathrum


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