Mit Wasser gegen die Kälte
Auch bei klirrend kalten Temperaturen gehen die Arbeiten auf der Streif weiter. Während der Schnee Wasser braucht, setzen die Teams selbst auf eine zusätzliche Kleidungsschicht und viel Bewegung.
Es ist zwar Winter, doch minus 15 Grad in den frühen Morgenstunden in Kitzbühel entsprechen nicht der Norm. Die Arbeiten an den Rennstrecken müssen dennoch fortgesetzt werden, auch wenn sich die frostigen Temperaturen noch einige Tage halten. Für die erfahrenen Teams auf Streif und Ganslern (Berg, Piste, Sicherheit) ist die klirrende Kälte zwar eine Herausforderung, doch der Grundtenor lautet: „Lieber zu kalt als zu warm."
Auch Toni Ehrensperger vom Bergteam des Kitzbüheler Ski Clubs kann der Frost nichts anhaben: „Da zieht man sich eben eine Schicht mehr an – und wenn man sich bewegt, fehlt es einem an gar nichts.“ Toni ist jener Mann, der regelmäßig mit dem Schneehöhenmessgerät über die Streif fährt. Doch wie geht es dem Schnee bei solchen Temperaturen? „Nicht ganz so gut, aber es ist kein Problem. Die Kälte entzieht dem Schnee Feuchtigkeit und macht ihn spröde und trocken. Deshalb müssen wir aktuell bei der Schneeverteilung mehr Wasser dazugeben“, erklärt Ehrensperger. „So bleibt der Schnee feucht und lässt sich besser bearbeiten.“
Auf der Seidlalm war genau dieser Vorgang am Montag zu beobachten: Eine Pistenmaschine der Bergbahn Kitzbühel verteilte den Schnee, während Mitarbeiter des Pistenteams ihn gleichzeitig bewässerten. „Mit den Werfern bringen wir Feuchtigkeit in den Schnee – bis ganz hinunter auf den Boden, damit keine Nester entstehen“, sagt Stefan vom Streckenabschnitt Seidlalm.
Der dafür verwendete Wasserwerfer ist eine echte Kitzbüheler Erfindung. Andreas Schipflinger, gelernter Maschinenschlosser und Streckenabschnittsleiter auf der Seidlalm, adaptierte dafür einen landwirtschaftlichen Güllewerfer – und das so gekonnt, dass er inzwischen über 40 Stück gebaut hat. Sie kommen mittlerweile auch auf Weltcupstrecken in Italien, Frankreich und den USA zum Einsatz. Ein Werfer wiegt zwischen 25 und 30 Kilogramm, Zufluss und Öffnung werden über einen Handbremshebel reguliert, die Wurfweite beträgt bis zu 40 Meter. Eine „Dusche“ für die Pistenmaschinen gilt es dabei allerdings immer zu vermeiden.
Tickets für die Rennen am 23., 24. und 25. Jänner gibt es exklusiv im Webshop.
Foto © K.S.C./alpinguin



