HKR 2018

Zeitzeugengespräch im Museum Kitzbühel

Am 21. Jänner 1966 wurde der alpine Ski World Cup auf der Kitzbüheler Seidlalm ins Leben gerufen. Dieser Geburtsstunde vor exakt 50 Jahren ist nicht nur eine Sonderausstellung im Museum Kitzbühel gewidmet, im Rahmen des 76. Hahnenkammrennen lud der K.S.C. Mittwochabend zu einem Zeitzeugengespräch mit Skilegenden in das historische Gemäuer des Museum Kitzbühel. Olga Pall-Scartezzini, die erste österreichische Abfahrtsweltcupsiegerin, Hanni Wenzel, 33-fache Weltcupsiegerin und zweifache Gewinnerin des Gesamtweltcups aus Liechtenstein, Hansi Hinterseer, erster österreichischer Slalom-Weltcupsieger, der zweifache Gesamtweltcupsieger Stephan Eberharter (29 Einzelsiege) sowie der Sportwissenschaftler und K.S.C.-Präsident Michael Huber stellten sich der Diskussion, die von ORF-Sportjournalist Fred Lentsch geleitet wurde. Hansi Hinterseer, der auf der Seidlalm aufgewachsen ist, war ein direkter Zeuge der Gespräche von den „Geburtshelfern“ Bob Beattie, Honoré Bonnet und Serge Lang. Diese drei Männer haben damals Überlegungen angestellt, wie der Skisport attraktiver gestaltet werden und besser vermarktet werden kann, weiß auch Michael Huber. „1966 war die Zeit reif für Veränderungen, damals herrschte eine neue Aufbruchsstimmung.“ Noch im selben Jahr wurde von FIS-Präsident Marc Hodler während der WM in Portillo (Chile) auf nur einem Blatt Papier das Reglement für den World Cup zusammengestellt. Das erste Weltcup-Rennen überhaupt wurde am 5. Jänner 1967 in Berchtesgaden ausgetragen. Den Slalom konnte der Österreicher Heini Messner für sich entscheiden. Olga Pall-Scartezzini feierte ihren ersten Weltcupsieg bei der Abfahrt von Bad Gastein. „Damals war man sich über die Tragweite eines Weltcupsieges bewusst“, erinnert sie sich. Seither hat sich nicht nur der Weltcup verändert, damit einher ging die Vermarktung des Skisportes. „In den Achtzigerjahren konnte man auch schon verdienen“, erzählt Hanni Wenzel-Weirather, aber das ist natürlich nicht mit heute zu vergleichen. Einst hatte der Gesamtweltcup zum Ziel, den weltbesten Skirennläufer zu küren. Statt drei gibt es nun sieben Disziplinen.  Doch der World  Cup ist mit seiner Entwicklung noch lange nicht abgeschlossen, so  der einstimmige Tenor der Gesprächsteilnehmer. Eberharter: „Ich wünsche mir, dass er einmal in den USA die selbe Bedeutung hat wie die Formel Eins.“ Für Michael Huber hingegen ist der alpine Ski Welt Cup ein tolles Produkt, das sich in den vergangenen 15 Jahren nur im Detail verändert hat: "Der Kitzbüheler Ski Club hat entscheidend an seiner Entwicklung mitgewirkt. Und ich wünsche mir aus ganzem Herzen, dass dies so bleibt.“


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