Grandi emozioni auf dem Hahnenkamm
In der langen Geschichte der Hahnenkamm-Rennen ist Giovanni Franzoni erst der vierte Abfahrtssieger aus Italien. Für seine glorreiche Fahrt im Jänner bekam er am Samstag seine eigene Hahnenkamm-Gondel.
Welch große Spuren der erst 25-jährige Giovanni Franzoni in Kitzbühel bereits hinterlassen hat, ist beeindruckend. Lediglich viermal ging der Wuschelkopf aus Manerba del Garda in der Lombardei am Hahnenkamm in der Abfahrt und im Super-G an den Start, doch mit seinem Triumph auf der Streif am 24. Jänner 2026 hat er sich einen festen Platz in den Herzen vieler Fans erobert. Nicht nur in Italien, auch in Kitzbühel, wo ihm am Samstag eine Gondel der Hahnenkammbahn gewidmet wurde. Schon auf seinem Weg in die Talstation war zu spüren, wie sehr diese fantastische Fahrt und seine emotionale Freude darüber in Erinnerung geblieben sind. Ganz im Gegensatz zu den Rennstrecken kam Giovanni Franzoni nur im Schneckentempo weiter. Ein Fotowunsch hier, ein Selfie mit dem Star da und auch Autogramme kommen nach wie vor nicht aus der Mode.
Michael Huber, der OK-Chef der Hahnenkamm-Rennen, zog neuerlich seinen imaginären Hut, als der Speed-Spezialist endlich auf der Bühne eintraf: „Unglaublich. Die 1:52.31 war die zweitschnellste je auf der Streif gefahrene Zeit.“ Giovanni Franzoni ist zudem erst der vierte Abfahrtssieger aus Italien. Vor ihm war dies lediglich Dominik Paris, Peter Fill und Kristian Ghedina gelungen.
Auch Viktoria Veider-Walser, die Geschäftsführerin von Kitzbühel Tourismus, freute sich mit dem sympathischen Athleten: „Es gibt so viele Ausnahmekönner, Weltmeister oder Olympiasieger, die nie auf der Streif gewonnen haben, und dir ist es schon mit 24 Jahren gelungen. Herzlichen Glückwunsch zu dieser Leistung. Und wer hier gewinnt, bleibt für immer eine Legende.“ Seinen 25. Geburtstag feierte Giovanni Franzoni erst nach dem Abfahrtssieg.
Auch Kitzbühels Bürgermeister Klaus Winkler ließ es sich nicht nehmen, dem Sportler noch einmal zu gratulieren: „Das war ein epischer Sieg und ich kenne in Kitzbühel niemanden, der nicht auch ein Fan von Giovanni Franzoni ist.“ Mario Mittermayr-Weinhandl hob die Psyche des Abfahrtshelden hervor: „Was mich so an deinem Sieg beeindruckt hat, war deine mentale Stärke. In deinem Alter, nach zwei Trainingsbestzeiten und das erst beim zweiten Mal in Kitzbühel – das ist richtig groß“, sagte der Rennleiter der Hahnenkamm-Rennen. Und auch Anton Bodner, Vorstandsvorsitzender der Bergbahn Kitzbühel, hatte im Jänner seinen Franzoni-Moment: „Wie du bei der Race Night mit deinen Freunden gefeiert hast, war so berührend und erfrischend – das wird mir immer in Erinnerung bleiben.“
Mit seinen Freunden feiern wird Giovanni Franzoni auch diesmal in Kitzbühel. Er brachte eine große Abordnung aus der Heimat mit, darunter Zwillingsbruder Alessandro und Freundin Camilla. Von den Feierlichkeiten, den Reden und natürlich seiner eigenen Gondel zeigte er sich sehr gerührt: „Der Tag heute ist sehr besonders und er lässt die Emotionen und Erinnerungen vom Winter wieder hochkommen. Es war ein unglaublicher Winter. Ich bin sehr stolz, heute hier sein zu dürfen. Danke für die liebevollen Worte, die mir hier entgegengebracht werden, und danke meinen Fans, die mich heute begleitet haben.“
Ein kleines Hoppala bei der Enthüllung der Kabine mit der Nummer 33 sorgte noch für einige Schmunzler: Die italienischen Nationalfarben waren zunächst nicht ganz korrekt angebracht. Giovanni Franzoni nahm es mit Humor und ließ sich die Freude über seine eigene Gondel davon nicht trüben. Im Gegenteil: „Ich möchte euch allen hier in Kitzbühel ein riesengroßes Dankeschön aussprechen. Was ihr hier für uns Jahr für Jahr auf die Beine stellt, ist großartig. Das Rennen ist und bleibt für uns alle etwas Besonderes.“ Sprachs und entschwand zum nächsten Fotowunsch seiner Fans.
Foto © K.S.C./alpinguin



