Hahnenkamm-Rennen trauern um „Schaufel-Toni“
15 Jahre lang war er fixer Bestandteil des Pistenteams im Steilhang. Nun ist Toni Real, Präsident des Liechtensteiner Skiverbandes, nach einem Bergunfall verstorben. Seine Begeisterung für den Skirennsport war grenzenlos.
Es war eine der ungewöhnlichsten Verbindungen zwischen dem größten Skifest der Welt und einem hohen Funktionär: Jahr für Jahr kam Toni Real, Präsident des Liechtensteiner Skiverbandes, zu den Hahnenkamm-Rennen. Aber nicht, um auf der Tribüne zu feiern, sondern um im Steilhang als Teil des Pistenteams bei der Präparierung der Streif mitzuarbeiten. Bei teils eisigen Temperaturen, Wind, Schnee, Regen und in extrem steilem Gelände arbeitete er 15 Jahre lang mit Feuereifer und großer Liebe zum Sport. Nun ist der 61-Jährige nach einem folgenschweren Bergunfall verstorben.
Natürlich hätte Toni Real die Hahnenkamm-Rennen auch entspannt zuhause vor dem Fernseher oder gemütlich im Zielstadion unter den Fans verfolgen können. Doch seit 2010 tat der Landschaftsgärtner das nicht mehr. Damals stand er unter den 50.000 jubelnden Zusehern auf der Rasmusleitn und dachte: „Warum bin ich eigentlich nicht auf der anderen Seite des Zauns?“ Verstärkt wurde dieser Gedanke durch das Karriereende von Marco Büchel im selben Jahr: „Wenn schon kein Liechtensteiner mehr die Streif hinunterfährt, sollte zumindest ein Liechtensteiner darauf schauen, dass die Piste perfekt präpariert wird.“
Wenig später bewarb sich Toni Real beim Pistenteam – und wurde aufgenommen. Seit 2011 verbrachte er Jahr für Jahr die beiden Wochen vor den Rennen in Kitzbühel und half bei den Arbeiten im Streckenabschnitt Steilhang. Den Spitznamen „Schaufel-Toni“ verdankte der humorvolle und freundliche Liechtensteiner übrigens nicht seinem Brotberuf als Gärtner, sondern seiner großen Liebe zum Schaufeln auf der Streif.
Ab 2022 gab es bei den Hahnenkamm-Rennen sogar ein „Team Real“: Seit damals war auch Sohn Luca mit dabei, der selbst bis zum Alter von 16 Jahren dem Liechtensteiner Ski-Kader angehörte. 2025 packte das Duo zum letzten Mal gemeinsam an. Im Juli 2025 verunglückte Toni Real bei einer Bergtour. Nun ist er seinen schweren Verletzungen erlegen.
Michael Huber, OK-Chef der Hahnenkamm-Rennen, ist tief betroffen: „Toni gehörte 15 Jahre fest zur Hahnenkamm-Familie – und war weit über Kitzbühel und seine Heimat Liechtenstein hinaus ein unermüdlicher Botschafter des Skirennsports. Seine Begeisterung für den Sport, sein großes Engagement und sein Humor haben ihresgleichen gesucht und ihn zu einem geschätzten Teil unseres Teams gemacht. Er wird uns sehr fehlen. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie und allen Angehörigen. Die Erinnerung an ,Schaufel-Toni' werden wir auf der Streif stets lebendig halten.“
Foto © K.S.C./alpinguin



