HKR 2018

Rennleiter Axel Naglich über den Grundgedanken zum Europacup

In den vergangenen Jahren hat Axel Naglich die großen Berge der Welt „abgegrast“ und dabei extremste Routen erstbefahren. Mit der längsten Skiabfahrt vom „Mount St. Elias“ 2007 mit Peter Ressmann ging für den Kitzbüheler der größte Traum in Erfüllung. Axel, du warst elf Jahre lang als Vorläufer auf der Streif unterwegs. An was erinnerst du dich? Die erste Fahrt war ein Wahnsinn. Ich war ja nicht wirklich ein Rennläufer, ich war es auch nicht gewohnt, mit einem Rennanzug zu fahren. Das ist dann schon ein wenig schneller als mit dem normalen Skig’wand. Unten angekommen, dachte ich nur, `wie ich bin im Ziel´? Ich möchte mir gar nicht ansehen wo ich da rumgekurvt bin. Wie sich die Streif anfühlt, kannst du erst sagen, wenn du heruntergefahren bist. Heute bist du Rennleiter der Hahnenkamm-Rennen. Wo liegt noch mehr Potenzial? Wie sehen deine Ideen aus? Es ist, wie überall, Luft nach oben. Die einzige Limitierung ist wohl der Streckenrekord von Fritz Strobl im Jahr 1997. Der scheint in Stein gemeißelt zu sein. Im Zuschauerbereich können wir jede Menge verbessern und optimieren. Es gibt kein Limit! Als Technischer Delegierter der FIS hast du die Europacup-Rennen kennengelernt. Ein Grund warum du auf die Idee gekommen bist in Kitzbühel eine Europacup-Abfahrt durchzuführen? Der Europacup ist der kleine Bruder vom Weltcup und kostet nicht einmal einen Bruchteil davon, dementsprechend ist die gesamte Aufmachung kleiner. Sportlich gesehen sind die Probleme aber vielfach ähnlich, denn es wird eine Piste benötigt, die nicht schlechter sein darf als im Weltcup. Ebenso die Rennstrecken-Sicherheit und viele andere Punkte. Die Athleten im Europacup sind nicht viel langsamer, nur die Strecken sind oft so gewählt, dass man nicht sechs Kilometer A-Netze braucht, weil dafür kein Veranstalter das Geld hätte. Unser Ziel ist es die Europacup-Fahrer an die Streif heranzuführen. Und damit die Zukunft der Rennläufer auf der Streif zu sichern? Genau, das war der Grundgedanke. Wenn wir auf der Streif keine Weltcup-Fahrer mehr haben, dann gibt es keine Hahnenkamm-Abfahrt mehr. Das ist natürlich eine Geschichte, die mehr kostet, als sie bringt. Aber man kann den Europacup als Investment für die Zukunft betrachten. Durch den Europacup bringen wir ihnen die Streif näher. Um sich dann im Weltcup auf was zu konzentrieren? Die komplette Streif. Die Vollversion hätte für die Europacup-Fahrer keinen Sinn. Der Sprung auf die gesamte Streif ist so schon nicht witzig. Wo befinden sich beim Kitzbüheler Europacup der Start und das Ziel? Mausefalle und Steilhang im Volltempo sind für einen jungen Fahrer nicht so prickelnd, deshalb starten die Europacup-Fahrer beim Reservestart 1, oberhalb der Mausefalle. Das Ziel ist am Oberhausberg. Den Hausberg wollen wir keinem Europacup-Fahrer zumuten. Im Idealfall heißt das, wenn er die EC-Streif bei zwei Trainingsläufen und einem Rennen erlebt hat, dann kennt er schon mehr als 50 Prozent der Strecke. Sind dir im Europacup Athleten bzw. Nationen aufgefallen, die in Zukunft auf der gesamten Streif fahren werden? Durchaus, es ist das gewohnte Bild. Die Österreicher und Norweger sind stark. Es sind auch die Schweizer, Italiener, Franzosen und Deutschen gut. Wer es letztlich an die Weltspitze schafft, das kann ich nicht sagen. Am Ende vom Tag ist es so, dass fünf Athleten im Europacup die Weltmeister von übermorgen sind. Soll jedes Jahr ein Europacup in Kitzbühel stattfinden? Wir haben uns jetzt entschlossen, dass wir die Europacup-Abfahrt in Wechselbeziehung zum Junior-Race machen. Der EC würde somit alle zwei Jahre stattfinden. Wir müssen nun mit dem Europacup erst Erfahrungen machen und werden in Folge dessen weitersehen. Wie gelangen die Zuschauer beim Europacup zum Ziel? Über die Parallel-Streif kommt man mit Skiern direkt zum Ziel. Dort wird es eine Videowand mit Scoreboard, Musik und Moderation geben.

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