HKR 2018

Didier Cuche, der "Double-Sieger"

Für den fünffachen Streif-Abfahrtssieger Didier Cuche beginnt die Vorfreude auf das Hahnenkamm-Rennen, sobald er ins Auto steigt und sich auf den Weg nach Kitzbühel macht. Gestern sah man ihn bereits bei „Sport & Talk im Hangar“, heute ging es für den Schweizer dann endlich auf die Streif. „Es ist immer wieder schön“, freut sich der ehemalige Rennläufer, der in diesem Jahr als „Gästebetreuer“ zweier großer Firmen unterwegs ist. Die Rennen wird Didier Cuche gespannt vom Ziel aus verfolgen. Aktiv dabei sein? Das kommt für Didier Cuche nicht mehr in Frage, „denn ich weiß, was es braucht, um eine solche Strecke zu beherrschen: Vor allem jede Menge Erfahrung. Du musst dein Limit kennen, es ausreizen, aber nicht übertreiben“, erzählt der Super-G-Weltmeister von 2009. Ein schmaler Grat, den Aksel Lund Svindal (NOR) heuer als Top-Favorit am besten meistern könnte. „Aksel ist reif für den Sieg, aber ich denke Hannes Reichelt, Streif-Sieger von 2014, und Vorjahressieger Kjetil Jansrud (NOR) werden es ihm nicht leicht machen.“ Würde Svindal die Abfahrt am Samstag gewinnen, wäre ihm das Double Wengen und Kitzbühel geglückt. „Das haben bisher nicht viele geschafft“, sagt Didier Cuche. Cuches Landsmann Didier Défago gewann 2009 zu erst das Lauberhornrennen und im Anschluss die Hahnenkamm-Abfahrt. Ein Erfolg, den er sich mit 12 weiteren Rennläufern teilt. Stephan Eberharter fuhr 2002 zum Double, Franz Heinzer 1992, Ken Read 1980, Herbert Plank 1976, Roland Colombin 1974, Gerhard Nenning 1968, Jean-Claude Killy 1967, Guy Périllat 1961 und Christan Pravda 1954 gelang dies ebenfalls. Nur drei Skirennläufer wiederholten den Doppelsieg in einem weiteren Jahr. Der Arlberger Karl Schranz siegte 1966 in Wengen und Kitzbühel, zwei Jahre später war er erneut der schnellste in beiden Abfahrten. Ein schweizerisch-österreichischer Vierfach-Triumph gelang auch Jahrhundertsportler Toni Sailer. Der Kitzbüheler siegte 1956 und konnte seinen Erfolg 1957 wiederholen. Überbieten kann diese Siegesserie nur Franz Klammer. Der Kärntner dominierte am Lauberhorn und Hahnenkamm in den Jahren 1975 bis 1977 deutlich. Drei Jahre in Folge siegte er in beiden Weltcup-Abfahrten und bleibt damit der Maßstab für den Double-Erfolg. Top-Favorit Aksel Lund Svindal hat den ersten Schritt bereits geschafft. Als Abfahrtsgewinner von Wengen geht er heuer in Kitzbühel an den Start. Ob er sich in die Double-Siegerliste einreihen darf wird sich am Samstag zeigen, wenn sich der Hahnenkamm-Abfahrtssieger von 2013 erneut der Herausforderung „Streif“ stellt.

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