HKR Kitzbühel

Streif-Sieger Willi Forrer (90) verstorben

04.07.2026

Mit dem Schweizer Willi Forrer hat der Skisport einen weiteren großen Namen der Hahnenkamm-Geschichte verloren. Der Sieger der Abfahrt von 1962 ist am 24. März im Alter von 90 Jahren friedlich zu Hause eingeschlafen.

Der am 3. Juli 1935 im Toggenburger Bergdorf Wildhaus geborene Forrer gehörte von 1957 bis 1962 zu den Fixstartern der Hahnenkamm-Rennen. 1962 feierte er mit seinem Triumph auf der Streif einen der größten Erfolge seiner Karriere. Im selben Winter galt er - noch vor Karl Schranz - als weltbester Abfahrer und krönte seine Laufbahn insgesamt mit vier Schweizer Meistertiteln. Nun wurde der Kitzbüheler Ski Club von seiner Witwe Johanna verständigt, dass Willi Forrer nach kurzem Spitalsaufenthalt bereits am 24. März "wunschgemäß zu Hause" einschlafen durfte. Er wurde im engsten Familienkreis auf dem Waldfriedhof in Davos beigesetzt. 

2017 kehrte Forrer gemeinsam mit seiner Tochter Brigitte noch einmal an den Hahnenkamm zurück. Für den ehemaligen Rennläufer war Kitzbühel stets "ein spezielles Erlebnis". Er freute sich darauf, alte Freunde zu treffen und über jene Jahre zu sprechen, in denen die Athleten weitgehend auf sich allein gestellt waren. "Preisgeld gab es auch keines", sagte er damals schmunzelnd. Besonders bewegte ihn, für ein Erinnerungsfoto noch einmal eine Gams in den Händen halten zu dürfen. "Zu Hause habe ich auch eine Gams stehen – allerdings waren die Trophäen früher viel kleiner und auf einem Marmorsockel. Dazu gab es für den Sieger einen Lederkoffer."

Sein sportlicher Höhepunkt und seine größte Enttäuschung lagen 1962 eng beieinander. Nach seinem Sieg auf der Streif und als damals bester Abfahrer der Welt blieb Forrer bei den Weltmeisterschaften in Chamonix zum dritten Mal Vierter. Jahre später sagte er darüber: „Wenn man nur Vierter wird, war nicht der Schiedsrichter schuld, sondern die Uhr und man selber. Man war einfach nicht schnell genug für eine Medaille.“

Abseits des Sports fand Willi Forrer seine Erfüllung in der Kunst. Seit seiner Kindheit widmete er sich als Brauchtumsmaler den traditionellen Motiven seiner Toggenburger Heimat und des Appenzellerlandes. Sein Lebensmotto lautete: "Dankbarkeit und Zufriedenheit sind die besten Pillen für die Gesundheit."

Mit Willi Forrer verliert der Skisport nicht nur einen Streif-Sieger, sondern auch einen Menschen, der den Hahnenkamm und seine Geschichte bis zuletzt im Herzen getragen hat. Der K.S.C. wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Unser tief empfundenes Mitgefühl gilt seiner Familie und allen Angehörigen.

Foto © K.S.C.


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